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zu weiteren Themen 

- Vasektomie   
- Die Prostata, die Diagnose, die Therapie, die Operation,
  die Lasertechnologie (RevoLix)

- Prostatakrebs
 
- Vorsorgeuntersuchung
  beim Mann

Die schonende Laserbehandlung der Prostata-Vergrösserung   (Flyer in PDF  4 MB)
     

  
Vasektomie

die Unterbindung beim Mann

Vor dem Eingriff


Der Entschluss zur Vasektomie muss vom Mann wie auch von seiner Partnerin zusammen gefasst werden. Obschon eine Rekanalisation (Wiederherstellen der Durchgängigkeit) mittels mikroskopischer Operation heute mit einem Erfolg >90% möglich ist, muss die Vasektomie als definitiver Eingriff geplant werden. Vor dem Eingriff findet ein Informationsgespräch, wenn möglich zusammen mit der Partnerin statt. Fragen und Unklarheiten können in Ruhe erörtert werden. Der Mann muss für den Eingriff eine Erklärung unterzeichnen, wonach er mit der Operation einverstanden ist und über deren Folgen aufgeklärt wurde.

Vorurteile

Noch immer existiert die Angst, nach dem Eingriff die Potenz zu verlieren. Tatsache ist, dass die Bildung des männlichen Geschlechtshormons im Hoden unberührt bleibt. Ebensowenig wird der Samenerguss beeinträchtigt, letzterer stammt aus den Drüsen (Prostata & Samenblasen), die durch den Eingriff nicht beeinflusst werden.

Durchführung

Den Eingriff führen wir ambulant in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) in unserer urologischen Praxis durch. Er dauert ca.30 min. Wer möchte, darf vorgängig auch etwas Leichtes essen oder trinken. Es werden auch keine Medikamente verabreicht, welche die Reaktionsfähigkeit im Strassenverkehr beeinträchtigen könnten, Sie dürfen wieder autofahren. Vorgehen: Seitlich am Hodensack wird der Samenleiter freigelegt und ein gut 2cm langes Stück entfernt. Die beiden Samenleiterenden werden mittels Hochfrequenzstrom verödet und mit auflösbarem (resorbierbarem) Faden umgestülpt vernäht. Der Hautschnitt wird mit resorbierbarem (selbstauflösendem) Faden zugenäht, damit ist eine Fadenentfernung nicht nötig. Nach dem Eingriff muss der Mann noch 15-30 min liegen bleiben, somit ergeben sich für den Eingriff mit Vor- und Nachbereitung gut 1 Stunde.

Komplikationsmöglichkeiten

Blutungen oder Wundinfektionen treten ausgesprochen selten auf, leichte Blauverfärbung der Haut ist üblich, eine grössere Schwellung, starke Schmerzen oder Überwärmung müssen immer baldmöglichst kontrolliert werden. Bei reizloser Wundheilung wird keine Nachkontrolle durchgeführt. Eine spätere spontane Rekanalisierung (Bildung einer erneuten Durchgängigkeit) tritt nur 1x auf einige tausend Vasektomien auf, das Risiko ist damit zu vernachlässigen. Eine Samenergussuntersuchung zum Ausschluss von verbleibenden Spermien sollte nach ca.3 Monaten durchgeführt werden. Im Falle eines Spermiennachweises wird eine zweite Untersuchung gefordert. Die mikroskopische Untersuchung ist im Pauschalbetrag inbegriffen.

Arbeitsunfähigkeit

Entsprechend der körperlichen Belastung bei der beruflichen Tätigkeit dauert die Arbeitsunfähigkeit 1-2 Tage. Sportarten wie Joggen, Velofahren, Reiten etc. sollten für 4-5 Tage gemieden werden. Vorteilhaft werden gutsitzende Unterhosen getragen, welche den Hodensack richtig stützen.

Kosten

Die Unterbindung ist weder beim Mann noch bei der Frau eine kassenpflichtige Leistung. Im Vergleich zur Vasektomie ist die Unterbindung der weiblichen Eileiter um ein Vielfaches aufwendiger und auch kostspieliger, die Laparoskopie muss in Vollnarkose und meist unter stationären Bedingungen durchgeführt werden. Einige Kassen übernehmen aber bei Zusatzversicherungen einen Anteil an die Kosten, was vorgängig anhand der Versicherungsklasse und der Police abgeklärt werden kann. Der Eingriff kostet als Pauschalbetrag CHF  800.- Damit sind sämtliche Kosten abgedeckt, die in der Praxis entstehen (Informationsgespräch, Operationshonorar, Assistenz, Lokalanästhesie, Operationsnebenkosten mit Verbrauchsmaterial, Überwachung nach dem Eingriff, Wundkontrollen, Samenergussuntersuchung nach 3 Monaten etc.) Verlangen Sie von uns eine Offerte, falls Ihre Krankenkasse Ihnen keinen Beitrag rückvergütet.

UroZentrumBeo
Fachärzte für Urologie FMH + FEBU


 
Die Prostata
Bild 1auch als Vorsteherdrüse bezeichnet, ist eine Drüse, die beim Mann unterhalb der Harnblase liegt und die Harnröhre am Ausgang der Blase umgibt. Mit zunehmendem Alter kommt es bei fast allen Männern zu einer Vergrösserung der Prostata. Diese Gewebevergrösserung
nennt man wissenschaftlich «Benigne Prostatahyperplasie» (BPH). Das ist eine gutartige Erkrankung, die allerdings erhebliche Beschwerden verursachen kann. Zum häufigen Wasserlösen, vor allem auch nachts, gesellt sich ein abgeschwächter Harnstrahl sowie ein
Gefühl der nicht vollständig entleerten Harnblase mit gelegentlich lästigem Nachträufeln.
  ■ Die Diagnose
Bild2
basiert auf folgenden Untersuchungen: Bei der digital-rektalen Untersuchung (DRU) ertastet der Urologe sowohl die Grösse als auch die Konsistenz der Prostata mit dem Finger durch den After. Mit dem Ultraschall kann die Prostata bildlich dargestellt und gleichzeitig computergestützt im Volumen ausgemessen werden. Die Bestimmung des PSA-Wertes im Blut dient als Tumormarker und ist oft im Falle eines Prostatakrebses erhöht.
  Die Therapie
muss nicht gleich eine Operation bedeuten. Bei geringen Beschwerden kann eine gutartige
Prostatavergrösserung mit pflanzlichen Präparaten behandelt werden. Falls auch eine
medikamentöse Therapie mit chemischen Präparaten nicht mehr ausreicht, muss eine
Operation in Erwägung gezogen werden.
  Die Operation
der gutartigen Prostatavergrösserung erfolgt in den meisten Fällen mit einem stabartigen
dünnen Instrument, welches durch die Harnröhre (transurethral) bis in die Blase vorgeschoben
werden kann. Ob der Eingriff durch die Harnröhre möglich ist, lässt sich anhand
einer Blasenspiegelung (Zystoskopie) feststellen. Nach dem herkömmlichen Verfahren
wird das vorgewachsene Gewebe mit Hochfrequenzstromüber eine Drahtschlinge
stückchenweise abgehobelt. Die Prostata ist in der Regel stark durchblutet. Trotz der blutstillenden Wirkung des Hochfrequenzstromes kommt es nicht selten zu erheblichen Blutungen.
Besonders wenn blutverdünnende Medikamente eingenommen werden, besteht
auch nach dem Eingriff ein erhöhtes Blutungsrisiko. Nach der Operation wird ein Katheter
eingeführt, welcher die kontinuierliche Spülflüssigkeit und den Urin abführt. Dieser Katheter
verbleibt gewöhnlich über 4 Tage.
  Die Lasertechnologie (RevoLix)
Bild3 ist eine Alternative zur Elektroabtragung, wobei die Laseranwendung aber durch das Volumen der Prostata limitiert ist. Bei stark vergrösserter Prostata muss man die herkömmliche
Methode der Elektroschlingenabtragung anwenden. Bei einem Prostatavolumen >100 g ist die offene Operation über die Blase notwendig.

Der Laserstrahl wird über eine lange Quarzfaser vom Lasergerät an die Spitze des Instrumentes in der Harnröhre geleitet. Der Laser schneidet und vaporisiert (verdampft) gleichzeitig
Prostatagewebe. Das gezielt abgetragene Gewebe kann anschliessend zur feingeweblichen Untersuchung eingeschickt werden. Zurück bleibt eine äusserst dünne, verödete Gewebeschicht von nur 0,2 mm Dicke. Unter dieser Gewebeschicht bleibt das Gewebe vollständig verschont.

In der dünnen verödeten Schicht sind die Blutgefässe im restlichen Prostatagewebe zuverlässig verschlossen. Damit kommt es auch mit blutverdünnenden Medikamenten kaum
zu einer Blutung und der Kreislauf wird wenig belastet.

Da die Blutgefässe durch den Laser unmittelbar «verschweisst» werden, kommt es kaum zur Einschwemmung von Spülwasser in den Kreislauf. Damit werden Verschiebungen
im Salz- und Wasserhaushalt vermieden.

Da die Wundfläche durch das Abtragen mit dem Laser praktisch blutfrei bleibt, muss der Katheter über die Harnröhre nur während einer Nacht liegen bleiben. Sofern das Wasserlösen
in den folgenden 24 Stunden problemlos möglich ist, steht der Entlassung nach Hause am zweiten Tag nach der Operation nichts im Wege.

  Prostatakrebs

Die Prostata (Vorsteherdrüse) des Mannes hat normalerweise die Form und Grösse einer Kastanie. Direkt unterhalb des Blasenausgangs umschliesst sie die Harnröhre. Bei älteren Männern entsteht im Innenbereich der Drüse häufig eine gutartige Wucherung (Prostataadenom), die zu einer Einengung der Harnröhre und zu Schwierigkeiten beim Wasserlassen führt. Im Gegensatz dazu entstehen bösartige Tumore (Prostatakarzinom) in der Regel im äusseren Teil der Drüse.

Häufigkeit


In der Schweiz werden jedes Jahr etwa 2'700 Neuerkrankungen an Prostatakrebs diagnostiziert. Das sind etwa 80 Neuerkrankungen pro Jahr auf je 100'000 Männer, wobei drei Viertel der Diagnosen Männer über 70 Jahre betreffen. (Quelle: Vereinigung Schweizerischer Krebsregister 1983-1987) Die effektive Zahl der Erkrankungen liegt allerdings weit höher, weil nur ein kleiner Teil der Prostatakrebse je diagnostiziert wird und häufig eine andere Erkrankung zum Tode führt.

Krankheitszeichen (Symptome)

Die meisten Prostatakrebse machen anfänglich keine Beschwerden und bleiben deshalb trotz ihrer Häufigkeit oft lange unerkannt. Die Symptome im fortgeschrittenen Stadium sind sehr verschieden und können durch das lokale Wachstum oder durch Metastasen (Ableger) bedingt sein. Der Patient verspürt unter Umständen Schmerzen und Schwierigkeiten beim Wasserlösen, leidet unter häufigem Harndrang, eventuell hat es Blutbeimengungen im Urin. Gleichzeitig kann der Urinfluss dünn, spärlich, oft unterbrochen und schwierig zu beenden sein. Im Spätstadium treten gelegentlich auch Schmerzen in der Beckengegend auf. Zwar treffen alle diese Symptome auch auf andere, verbreitete und harmlosere Prostataerkrankungen zu, dennoch sollte bei den erwähnten Anzeichen ein Urologe aufgesucht werden.

Ursache

Prostatakrebs kommt in den westlichen Industrienationen deutlich häufiger vor als im Fernen Osten, was unter anderem den unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten zugeschrieben wird. In Ländern mit hohem Gemüseanteil und entsprechend mehr Vitaminen erkranken weniger Männer an Prostatakrebs. Prostatakrebs tritt familiär gehäuft auf, was auf eine erblich bedingte Veranlagung schliessen lässt. Hormonelle Einflüsse sind unbestritten, der Wirkungsmechanismus aber nach wie vor unklar. Nicht ein einzelner ursächlicher Faktor ist für die Auslösung des Prostatakrebses verantwortlich, sondern das Zusammenwirken mehrerer verschiedener Faktoren.

Vorbeugung und Früherkennung


Ein Drittel der über 50jährigen Männer hat in der Prostata einen kleinen Krebsherd, in vielen Fällen nicht grösser als die Spitze eines Kugelschreibers. Die meisten Krebsherde bleiben so klein, dass sie im Leben des Betroffenen keine Rolle spielen. Aber einzelne wachsen verhältnismässig rasch und führen zum Tode, wenn sie nicht rechtzeitig erfasst und behandelt werden. Mit der Vorsorgeuntersuchung sollen jene Fälle erkannt werden, bei denen der Prostatakrebs etwa einen Zentimeter gross ist und noch gute Heilungschancen hat.
Den über 50jährigen Männern ohne Beschwerden wird alle zwei Jahre eine Vorsorgeuntersuchung empfohlen. Der Arzt tastet durch den Enddarm mit dem Finger die Prostata ab, entnimmt eine Blutprobe, die im Speziallabor auf den Tumormarker PSA (prostataspezifisches Antigen) hin überprüft wird.


Sicherung der Diagnose


Wird bei der Tastuntersuchung eine verdächtige Verhärtung festgestellt, so werden durch eine sogenannte Biopsie mit einer Nadel kleine Gewebeproben aus der Prostata entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. Für weitere Abklärungen und um den optimalen Behandlungsplan festzulegen, wind weitere Untersuchungen notwendig. Ultraschall, Computertomographie und Knochenszintigraphie geben über allfällige Metastasen (Ableger) Auskunft.

Behandlung

Wenn der Tumor (Krebs) auf die Prostata begrenzt ist, kann der Patient durch die operative radikale Entfernung der Prostata geheilt werden. Leider hat der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnosestellung in 80-90% aller Patienten die Prostatakapsel überschritten, was häufig zu Blasenentleerungsstörungen führt. In diesen Fällen wird eine endoskopische Resektion der Prostata durchgeführt, d.h. Gewebe mittels eines durch die Harnröhre eingeführten elektrischen Instrumentes abgetragen. Die Krebskrankheit kann aber damit nicht geheilt werden und bedarf einer zusätzlichen Behandlung.
Im fortgeschrittenen Tumorstadium gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Wie bereits erwähnt, ist der Prostatakrebs hormonabhängig. Das männliche Geschlechtshormon Testosteron, das vorwiegend in den Hoden gebildet wird, fördert auch das Wachstum des Krebses. Durch die operative Entfernung des hormonproduzierenden Gewebes aus dem Hoden wird eine rasche Senkung des Testosteronspiegels erreicht. Heute werden auch Präparate zur medikamentösen Kastration eingesetzt, die die Testosteronwirkung an der Prostata blockieren. Allerdings werden die meisten Prostatakrebse früher oder später resistent gegenüber der Hormonbehandlung.
Die Strahlentherapie erlaubt vor allem eine gezielte Behandlung der metastatisch bedingten Knochenschmerzen sowie der neurologischen Ausfälle, die bei Knochenablegern in der Wirbelsäule auftreten.
Angesichts der meist alten Patienten mit anderweitigen Begleiterkrankungen sind alle therapeutischen Massnahmen auf den Gesamtzustand des Patienten und die damit verbundene Lebenserwartung abzustimmen. Die Behandlung der Patienten erfolgt über weite Strecken ambulant, vielfach in Zusammenarbeit des Hausarztes mit dem Urologen.


Bleibende Folgen

Nach der Radikaloperation und der Hormontherapie kommt es häufig zu Impotenz, die jedoch meistens medikamentös behandelt werden kann. Nach der radikalen Prostataoperation kommt es oft zu tropfenweisem Urinverlust (Inkontinenz), v.a. bei körperlichen Anstrengungen.

Heilungschancen


Eine dauerhafte Heilung ist bei Prostatakrebs möglich, wenn der Tumor früh erkannt und vollständig operativ entfernt werden kann. Mehr als die Hälfte dieser Patienten haben eine Lebenserwartung von über 10 Jahren. Aber auch bei bereits fortgeschrittener Erkrankung kann dem Patienten durch die verschiedenen hormonellen und medikamentösen Behandlungsmassnahmen oft über viele Jahre hinweg ein mehr oder weniger beschwerdefreies Leben ermöglicht werden.


Heutige Forschungsschwerpunkte

Noch bessere Diagnoseverfahren sollen die Chancen zur Früherkennung erhöhen, wobei es entscheidend darauf ankommt, Krebsarten, die sich aggressiv entwickeln, von denjenigen zu unterscheiden, die auf den zukünftigen Gesundheitszustand des Patienten keinen Einfluss haben. Die Erforschung von neuen Tumormarkern soll es ermöglichen, den Wahrscheinlichkeitsgrad einer bösartigen Entwicklung bei jedem diagnostizierten Prostatakrebs zu bestimmen.



 

Vorsorgeuntersuchung beim Mann

Die Vorsorgeuntersuchung der Prostata dient der Früherkennung des Prostatakrebs. Die Untersuchung umfasst die Beurteilung der Drüse mit dem Finger über den Mastdarm (unregelmässige Oberfläche, Verhärtungen etc.), eine Ultraschalluntersuchung des Harntraktes und insbesondere der Prostata über die gefüllte Harnblase sowie eine Blutuntersuchung im Speziallabor auf den Tumormarker PSA (prostataspezifisches Antigen). Die Kosten belaufen sich auf CHF 140.- bis 160.- (exkl.Labor). Falls Sie die Kosten bei fehlenden Krankheitszeichen als Selbstzahler (ohne Abrechnung über die Krankenkasse) übernehmen wollen, können Sie eine Pauschal-Offerte im Sekretariat einholen.



 

 

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